Der Unterschied zwischen Traum und Projekt

Mathias Dambacher, 09.03.2022

Wo fängt man an?

Bei all den Büchern, die ich in den Buchhandlungen gesehen habe, stellte sich mir irgendwann die Frage: Wo fange ich eigentlich an, wenn ich mein eigenes Buch schreiben möchte?

Im Grunde genommen schien es nicht schwer. Ein Buch besteht aus vielen Seiten, gefüllt mit Text, der eine Geschichte erzählt. Was braucht man also? Ein paar Charaktere, eine Storyline und am Schluss ein Cover. Das war’s. Oder etwa doch nicht?

Zu Beginn konnte ich mir noch überhaupt nicht vorstellen, wie es sein muss, ein ganzes/echtes Buch in Händen zu halten, dessen Geschichte ich erfunden habe. Über Charaktere zu lesen, die ich zum Leben erweckt habe. Und das ist das Problem!

Ich hatte lange Zeit den Traum vom eigenen Buch. Ich habe mir lange gesagt: „Wie schwer kann es sein, ein eigenes Buch zu schreiben?“ Aber tatsächlich angefangen an meinem Traum zu arbeiten, habe ich lange nicht. Warum? Weil ich nur das Endergebnis gesehen habe und mich vom Weg dorthin abschrecken lassen habe. Ein Buch zu schreiben, eine Welt zu erschaffen und Charaktere zu erfinden muss nicht schwer sein. Es muss noch nicht einmal lange dauern. Aber Angst davor zu haben diesen Weg zu beschreiten, Angst davor zu haben, dass die eigene Arbeit nicht gut genug ist, um Leser zu finden, Angst davor zu haben, etwas falsch zu machen, bringt einen nicht weiter.

Wie ich den Einstieg in meine Reise zum ersten Roman geschafft habe, habe ich im letzten Beitrag kurz angeschnitten. Und wie bereits angekündigt, erzähle ich darüber auch noch in Zukunft mehr. Aber worum es heute gehen soll, ist die Tatsache, dass ich einsehen musste, dass der Einzige, der mich davon abgehalten hat, meinen Traum in die Tat umzusetzen, ich selbst war.

Falls du das also ließt und dir schonmal selber vorgestellt hast, wie schön es wäre, ein eigenes Buch zu schreiben, dann ist dies dein Zeichen, um deinen Traum endlich in ein Projekt umzuwandeln!

Denn wo liegt der Unterschied zwischen einem Traum und einem Projekt? Ganz einfach. Ein Traum ist es nur, und wird es für immer bleiben, wenn du nicht daran arbeitest.

Was treibt einen an?

Ihr dürft mich jetzt nicht falsch verstehen. Ich sage nicht, dass es einfach ist ein Buch zu schreiben, ja noch nicht einmal, dass es euch immer Spaß machen wird, wenn ihr euch dazu entscheidet, so ein Projekt in Angriff zu nehmen. Aber in meinem Fall war es so, dass es mich regelrecht süchtig gemacht hat.

Es bedurfte einer langen Zeit, viel Arbeit, viel Plotting und noch mehr Korrekturen, bis ich endlich mit meiner Geschichte zufrieden war. Und ich kann euch versichern, ich bin noch lage nicht fertig mit dieser speziellen Geschichte. Es gab Zeiten, in denen sich meine Geschichte von ganz alleine geschrieben hat, wo ich zusehen konnte, wie sie sich entwickelt und es Spaß gemacht hat. Es gab aber auch Zeiten, in denen ich meinen eigenen Text nicht mehr sehen konnte, weil ich ihn einfach so oft gelesen, korrigiert und wieder gelesen hatte. Was hindert einen dann daran, sein Projekt einfach hinzuschmeißen? Wie kann man über Jahre hinweg, die Motivation aufrecht erhalten?

Ich wage es nicht zu wissen, wie man eine solche Frage tatsächlich beantworten kann. Aber nach meiner Erfahrung ist es es wichtig, dass ihr euch mit eurer Idee nicht wegsperrt und ganz alleine versucht diesen Arbeits-Marathon zu überstehen. Ich hatte enorm viel Hilfe. Und ich habe sie auch gebraucht. Ich konnte jede meiner Ideen mit meiner Frau und Lektorin besprechen. Vieles haben wir verworfen, vieles haben wir erfunden. Holt euch also Hilfe. Habt Spaß daran, eure Ideen mit Gleichgesinnten zu besprechend und vor allem – weigert euch nicht konsktrutive Kritik anzunehmen!

Scheut euch nicht Fehler zu machen – ihr könnt mir glauben, ihr werdert sie machen – ich mache sie immer noch, das tut jeder Autor. Letzten Endes könnt ihr es sowieso nicht allen Recht machen. Aber wenn ihr schon den ersten Schritt getan habt und an eurem Traum arbeitet, lasst euch nicht wieder davon abbringen. Nicht von euch selbst und nicht von jemand anderem.

Wohin will man?

Es gibt endlos viele Varianten, was man als Autor erreichen möchte. Und keine davon ist besser oder schlechter als eine andere! Wichtig ist nur zu wissen, was ihr wollt.

Bei mir ist ganz klar – ich möchte eines Tages vom Schreiben Leben können. Ich möchte mit meinen Geschichten genug Geld verdienen, um für mich und meine Familie den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Aber mein Ziel muss nicht das Eure sein.

Ich habe meine Geschichte begonnen und wollte ein Buch schreiben, welches ich selber gerne als Leser in die Hand nehmen würde. Ich will Lesern eine Freude machen, aber es soll sich für mich auch lohnen. Wer würde das nicht verstehen?

Ihr könnt eure Geschichten, Bücher oder Romane aber auch schreiben, weil ihr euch selbst verwirklichen wollt. Ihr könnt sie kostenlos auf Plattformen veröffentlichen, um die Reaktionen der Leser zu testen, ihr könnt an Anthologien mitarbeiten, weil ihr keine ganzes Buch selber schreiben oder euch noch austesten wollt.

Wichtig ist zu verstehen, dass man nicht erst dann Autor*in ist, wenn man ein Buch veröffentlicht hat. Man ist Autor*in wenn man aus eigener Kraft etwas Neues erschafft und aus eigener kreativer Energie neue Geschichten erfindet. Das Ziel kann bei jedem ein anderes sein, aber im Grunde sind verbindet uns alle die Tatsache, dass wir Träumer sind.

Seid euch darüber im Klaren, was ihr erreichen wollt, dann wisst ihr auch, was ihr braucht um für euch erfolgreich zu werden.