Mathias Dambacher, 18.09.2023

Die Bedeutung des idealen Lesers in der Buchvermarktung

Einer der für mich bisher schwierigsten Punkte als Autor dreht sich um die Frage, wie ich überhaupt in Kontakt zu meinen Lesern komme. Es wird viel darüber geredet, dass man auf Social-Media prästent sein muss, eine eigene Website haben und aktiv Werbung betreiteben muss – und das sind sicherlich auch alles Punkte, die man, gerade als Selfpublisher-Autor beachten muss.

Aber immer wieder hatte ich den Begriff des „idealen Lesers“ für die Ausrichtung der eigenen Zielgruppe gehört. Das klang toll! Aber ich stellte mir die Frage – wie um alles in der Welt finde ich überhaupt diesen idealen Leser? Nach welchen Kriterien kann ich mich dabei ausrichten?

Wer ist der ideale Leser?

Man kann sich den „idealen Leser“ vorstellen wie ein Avatar. Es ist eine fiktive Person, den du dir vorstellen kannst, um deine gewünschte Leserschaft anszusprechen und deren Interessen zu wecken (in der Regel teilen deine Leser nämlich deutlich mehr Gemeinsamkeiten, als wir Autoren uns vostellen können). Anstatt sich vorzustellen, mit Tausenden von Menschen sprechen zu müssen, sprichst du alo nur mit dieser einen Person – deinem idealen Leser.

Identifiziere deinen idealen Leser!

Genau wie ich, fragst du dich vielleicht, wie du deinen idealen Leser identifizieren kannst. Oft spiegelt der ideale Leser eines Autors eine Version von sich selbst wider, sei es in der Gegenwart oder in der Vergangenheit. Andere Autoren nehmen vielleicht auch einen Freund, einen früheren Kunden oder ein Familienmitglied als Modell für ihren idealen Leser. Beide Ansätze sind gültig. Nach meiner Vorstellung kann ich sagen, das tatsächlich ersteres bei mir zutrifft. Ich habe eine Geschichte geschrieben, die ich umbedingt lesen wollte und die es so noch nicht gab – mein idealer Leser bin also ich selbst – fast schon ein bisschen verwirrend.

1. Schritt zur Identifizierung des idealen Lesers

Um zu beginnen, schreibe Dinge auf, die dich selbst leidenschaftlich interessieren, deine Hobbys, Lieblingsfilme oder Bücher. Wenn du diese Liste hast, denke darüber nach, was dir selber bei einem Buch wichtig ist. Welche Emotionen suchst du in einem Buch? Welche Fragen möchtest du beantwortet haben, oder welche Probleme möchtest du angesprochen haben? Den gleichen Prozess durchläufst du mit deinem „idealen“ Leser – was sehr einfach sein kann, wenn du das – wie ich – selber bist! Am Schluss solltest du theoretisch zwei Listen haben, welche ähnliche Fragen beantworten.

2. Schritt – Finden von Gemeinsamkeiten

Nachdem du diese Listen erstellt hast, suchst du nach Gemeinsamkeiten. Vielleicht hast du und dein „idealer Leser“ ähnliche Interessen in Filmen oder Büchern, oder ihr teilt ähnliche Interessen bei der Entwicklung der Geschichte. Auf dieser Grundlage kannst du im Weiteren daran arbeiten, mit denen Lesern in Kontakt zu kommen – Menschen, die schlicht und einfach dieselben Interessen und/oder Bedürfnisse haben, wie du selbst. Du kannst versuchen, in Gruppen mitzumachen, dich an Diskussionen zu beteiligen oder einfach die gleiche Begeisterung für Filme teilen.

Hierbei ist es wichtig nichts verkaufen zu wollen! Ich für meinen Teil finde niemanden sympatisch, der sich mit mir in einer Sekunde noch interessiert über Star Wars unterhält und im nächsten Schritt sagt: „Hey, ich habe dieses Buch geschrieben – willst du es lesen?“. Wenn man mit Menschen in Kontakt kommt, kommt man ins Gespräch. Wenn man ins Gespräch kommt, teilt man Interessen und Erfahrungen – und dabei auch irgendwann die Information, dass man als Autor schon ein/mehrere Bücher geschrieben hat. Dadurch kommt man „einfach“ in Kontakt mit Lesern – es sind die gleichen Leute, mit denen man sich sowieso gerne unterhalten würde – (so weit die Theorie…)

Umsetzung in die Praxis: Meine eigene Erfahrung

Es ist wichtig, diesen Prozess nicht zu überdenken oder zu komplizieren. Ich für meinen Teil werde auf jeden Fall einfach probieren, was diese Theorie taugt, was meinem „idealen Leser“ gefällt. Soweit ich mehr weiß, teile ich hier gerne meine Erfahrungen mit euch!

Wobei ich bisher den Eindruck habe, dass es gar nicht so einfach ist einen Einstieg in eine „Science-Fiction“ Gruppe zu finden.